Archiv der Kategorie: Gesellschaft

Wenn predigen nichts nützt: Tretet aus!

Mann und Frau. Schwaches Geschlecht und starkes Geschlecht. Auf der Welt werden Frauen trotz internationaler Militäreinsätze menschenverachtend behandelt. Gleichzeitig diskutiert Deutschland über eine gesetzliche Frauenquote. Doch wie weit ist es bei uns wirklich mit der Gleichberechtigung? Predigen wir wirklich ein gemeinsames Miteinander? Oder heucheln wir nur? Wenn es nach der katholischen Kirche und dem Papst geht, gelten weltliche Gesetze nicht.

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Nicht das anderes erwartet wurde, aber der Papst erteilte Reformwünschen in der Kirche erneut eine klare Absage. Zu diesen Reformwünschen gehören wie immer die Abschaffung des Zölibates und die Zulassung von Frauen zum Priesteramt. Derweilen wird in Deutschland über eine gesetzliche Frauenquote diskutiert, während gleichzeitig öffentliche, verfassungswidrige und mittelalterliche Diskriminierung betrieben wird. Ohne Konsequenzen.

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Christlich-Soziale Politik: Die Täuschung der Union

Seit heute ist es klar: Über 11 000 Schlecker-Beschäftigte verlieren ihre Arbeit und werden nicht von einer Transfergesellschaft aufgefangen. Diese ist an fehlenden Bürgschaften der Länder und des Bundes gescheitert. Wer hat Schuld? Die FDP. Aber das wäre zu einfach.

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Am 23. Januar diesen Jahres reichte Schlecker einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Ulm ein. Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass es die Drogeriekette mit ihrer Tochter IhrPlatz in dieser Weise nicht mehr geben wird. 11 000 Menschen, die Mehrzahl Frauen, werden ihre Arbeit verlieren. Die Kündigungsschreiben wurden inzwischen schon verschickt.

Ziel war es eigentlich eine Transfergesellschaft zur Weiterbildung, Umschulung und Qualifizierung zu bilden, die die Schlecker-Beschäftigen ab 1. April aufnimmt. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hätten auf 12 Monate befristete Anstellungen erhalten, um nicht sofort in die Arbeitslosigkeit zu rutschen. Zur Klarstellung: Von einer Rettung des eigentlichen Schlecker-Konzerns war nie die Rede. Dazu gibt es ein parallel ein Insolvenzverfahren.

Transfergesellschaft geplatzt

Der Plan für eine solche Transfergesellschaft ist nun geplatzt, weil sich die Bundesländer um Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Niedersachsen nicht auf eine Bürgschaft für einen KfW-Kredit von insgesamt 75 Millionen Euro einigen konnten. Allen voran wird der FDP und dessen Wirtschaftsminister Martin Zeil vorgeworfen, die Bürgschaftszusage aus Bayern blockiert zu haben. Aus Sachsen, dessen Wirtschaftsministerium auch die FDP inne hat, wurde schon im Vornherein abgewunken. Am Ende stand Baden-Württemberg alleine vor gescheiterten Verhandlungen.

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Vorteilsannahme: Der Kampf um eine verlorene Sache?

250 Milliarden Euro wird die Korruption der deutschen Wirtschaft 2012 kosten. Zumindest wenn man Der Welt und ihrer exklusiv vorliegenden Studie des Professors Friedrich Schneider von der Universität Linz glauben darf. Unabhängig davon, ob diese Zahlen stimmen, der Schaden ist beträchtlich. Und damit ist nicht nur der finanzielle, sondern auch der Imageschaden und der moralische Schaden an der Gesellschaft gemeint. Wenn man nun die aktuellen Ereignisse um (ehemalige?) deutsche Spitzenpolitker hinzunimmt, muss man zwangläufig zu dem Ergebnis kommen, dass der Kampf gegen Korruption unverändert eine aktuelle und dringende Notwendigkeit darstellt.

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Dieser Kampf kann nur gemeinsam ausgetragen werden. Jeder muss sich mit aller Gewalt gegen Bestechung, sowohl auf der Geber-, als auch auf der Nehmerseite, stemmen. Jeder, lässt sich in diesem Zusammenhang in fünf Gruppen, mit unterschiedlichen Interessen, Aufgaben und Zielen, aufteilen. Politik, Wirtschaft, Journalismus, Justiz und Gesellschaft.

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Vorteilsannahme: Macht doch jeder

Letzte Woche wurde Christian Wulff mit einer Abschiedszeremonie, dem Großen Zapfenstreich, vom Amt des Bundespräsidenten verabschiedet. Als Grund für seinen zuvor erklärten Rücktritt gab er politische Gründe an. Er genieße nicht mehr das Vertrauen der Mehrheit der Bevölkerung.

Den eigentlichen Grund für seine Amtsniederlegung hat er jedoch nicht explizit erwähnt: Verdacht auf Vorteilsannahme.

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Synonym gebrauchte Begriffe sind unter anderem Bestechung, Bestechlichkeit oder Vorteilsgewährung. Weiterreichende Definition sprechen von „Missbrauch einer Vertrauensstellung um einen Vorteil zu erlangen“ oder „moralischer Verdorbenheit“ 1. Kurzum: Korruption.

Dieser Beitrag wird nicht genauer auf die Umstände um Christian Wulff eingehen, darüber wurde wirklich genug berichtet. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Thematik an sich von höchster Aktualität ist, und zwar immer. Denn Korruption gefährdet die Demokratie und unser aller Zusammenleben. Dieser Artikel ist ein Plädoyer an jedermann, den Kampf gegen Korruption aufrecht zu erhalten. Es bringt nichts, einen Sündenbock an den Pranger zu stellen und anschließend die Augen zu verschließen. Korruption ist allgegenwärtig, in unser aller Leben und muss gerade deswegen stetig bekämpft werden. Wann, wenn nicht jetzt, gibt es die Möglichkeit eine anhaltende Diskussion über Korruption zu entfachen. Das wäre auf ganzer Linie zu begrüßen.

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Im Zeichen des Rechtspopulismus

Die vergangene Woche (vgl. Wochenrückblick KW 10) stand ganz im Zeichen des Rechtspopulismus. Da dieses Thema eigentlich immer von höchster Aktualität ist und man es deswegen nicht oft genug ansprechen kann, ist ihm an dieser Stelle auch ein eigener, wenn auch kurzer, Artikel gewidmet.

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Sarkozy und die Macht

Den Anfang machte Nicolas Sarkozy. Als sein Gegenkandidat für die anstehende Präsidentschaftswahl eine Woche zuvor ankündigte, er wolle den Spitzensteuersatz im Falle seiner Wahl auf 75% anheben, war klar, dass Sarkozy dieser Forderung etwas entgegenstellen musste. Denn Francois Hollande führt derzeit in Umfragewerten deutlich. Hier konnte Sarkozy nicht widerstehen und setzt nun auf die niedersten Instinkte der Gesellschaft: Fremdenfeinlichkeit.

Er wolle die Zahl an jährlich aufgenommenen Migranten fast halbieren. Auch vor Aussagen wie, es gäbe einfach „zu viele Ausländer“in Frankreich schreckt er dabei nicht zurück. Das kann man ohne Zweifel stimmenfängerischen Rechtspopulismus nennen.

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Lanz, Rüttgers und der demographische Wandel

Der demographische Wandel und der damit verbundene, angeblich nicht mehr funktionierenden Generationenvertrag, wurde bereits an zahlreichen Stellen thematisiert. Allen voran versuchen hier die Nachdenkseiten wiederholt Aufklärung zu betreiben. Daher erhebt dieser Beitrag auch nicht den Anspruch in diesem Bereich neue Erkenntnisse zu gewinnen. Er soll vielmehr erneut die Tatsachen wiederholen, die das Scheitern des Generationenvertrags aufgrund des demographischen Wandels als eine Mär entlarven. Vor diesem Hintergrund wird schließlich die Talkshow Markus Lanz kritisch durchleuchtet.

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Drei Gründe warum der demographische Wandel kein Problem ist

Nur allzu oft kann man in der einschlägigen Presse oder von der Politik von der Vergreisung Deutschlands, von der gefährlichen Alterspyramide und den zurückgehenden Kinderzahlen, erfahren. Das alles natürlich immer vor dem Hintergrund des dadurch zusammenbrechenden Sozialsystems. Es wird versucht, dessen Nichtfunktionieren, allen voran in Bezug auf das Rentensystem, allein dieser Entwicklung in die Schuhe zu schieben. Von einem Scheitern des Generationenvertrages ist dabei nicht selten zu lesen. Die einfache Forderung: „Erhöhung, oder sogar Abschaffung, des Renteneintrittalters“.

Im Prinzip gibt es drei einfache, mir als wichtigste erscheinende Gründe, wieso der demographische Wandel jedoch kein finanzielles Problem für unsere Gesellschaft darstellt.

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Braune Soße bei Welt Online

Ja, man muss auch mal über den Tellerrand hinausblicken, um andere Medien kritisieren zu können. Nur was man dann findet ist nicht immer lustig, um nicht zu sagen – bitte entschuldigen Sie – zum Kotzen.

Es scheint zumindest immer schlimmer mit der Welt zu werden. Auch wenn dieser Beitrag nicht direkt von der Onlineredaktion kommt, wird er doch unter der Domain boess.welt.de veröffentlicht und war auf der Hauptseite verlinkt. Er zeigt ganz deutlich, wie sich der Autor in brauner Soße wälzt. Selten so einen dummen Artikel gelesen. Hier ein Auszug:

Vielleicht wäre das für „die Szene“ eine gute Gelegenheit, um den
eigenen antikapitalistischen Tunnelblick zu hinterfragen. Immerhin
kann man hier am lebenden (schlagenden, bewaffneten und brutalen)
Objekt feststellen, dass es vielleicht etwas zu einfach gedacht ist,
Menschen nur aufgrund der Nullleistung, Migrant zu sein, für gut zu
halten. Das gilt übrigens unter umgekehrten Vorzeichen
selbstverständlich auch für die andere 1D-Ideologie, den
Rechtsradikalismus.

Wie meint der Autor das nur? Dem ersten Punkt kann ich zustimmen, nämlich dass es zu einfach gedacht ist, anzunehmen, dass Migranten grundsätzlich keine Verbrechen begehen. Die Beziehung Migrant und Gut ist natürlich nicht zwangsläufig vorhanden, genauso wenig wie das bei allen anderen Menschen der Fall ist. Anderes zu denken wäre absoluter Unsinn. Aber wenn man jetzt wie der Autor den Umkehrschluss mit dem Rechtsradikalismus und dem Schlechten macht, bedeutet das soviel wie, dass dieser nicht immer schlecht ist. Das ist nun wirklich absoluter Unsinn und dieser Behauptung möchte ich doch in aller Form energisch entgegentreten.

Dabei sei am Rande auch erwähnt, dass es grundsätzlich nicht sonderlich sinnvoll ist, eine Ideologie mit einer Bevölkerungsgruppe zu vergleichen.

Ich finde es wirklich schlimm, wenn bekannte Medien wie die Welt, Personen mit einer eindeutig rechten Gesinnung eine derartige Plattform bieten. Egal welche politischen Richtungen sonst vertreten werden, das braucht es einfach nicht.

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Mehr Solidarität!

Etwas weiter ausgeholt, ein Appell

Bevor ich in diesem Artikel auf aktuelle Geschehnisse, in diesem Fall bedeutet das die Situation um Griechenland, eingehe, muss ich etwas weiter ausholen…

Geht es Ihnen auch so? Jetzt fährt die Bahn schon wieder nicht! Oder die S-Bahn, oder der Bus, der Sie eigentlich auf dem schnellsten Weg in die Arbeit bringen sollte. Ach ja, im Radio wurde ja gesagt, dass die GDL oder der öffentliche Nahverkehr mal wieder streikt. Als aktueller Bezug wäre hier der Streik der Beschäftigten von Fraport auf dem Frankfurter Flughafen erwähnt, aber es eignet sich jedes derartige Ereignis als Beispiel. Natürlich kann das für alle indirekt Betroffenen unbequem, nervtötend, zeitraubend und umständlich sein. Aber ist es ein Grund auf die Streikenden zu schimpfen? Ich finde nicht.

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