Wenn predigen nichts nützt: Tretet aus!

Mann und Frau. Schwaches Geschlecht und starkes Geschlecht. Auf der Welt werden Frauen trotz internationaler Militäreinsätze menschenverachtend behandelt. Gleichzeitig diskutiert Deutschland über eine gesetzliche Frauenquote. Doch wie weit ist es bei uns wirklich mit der Gleichberechtigung? Predigen wir wirklich ein gemeinsames Miteinander? Oder heucheln wir nur? Wenn es nach der katholischen Kirche und dem Papst geht, gelten weltliche Gesetze nicht. https://holgerherz.files.wordpress.com/2012/04/wpid-papst.jpg

Nicht das anderes erwartet wurde, aber der Papst erteilte Reformwünschen in der Kirche erneut eine klare Absage. Zu diesen Reformwünschen gehören wie immer die Abschaffung des Zölibates und die Zulassung von Frauen zum Priesteramt. Derweilen wird in Deutschland über eine gesetzliche Frauenquote diskutiert, während gleichzeitig öffentliche, verfassungswidrige und mittelalterliche Diskriminierung betrieben wird. Ohne Konsequenzen.

Dieser eine Papst vertritt keine moralischen, menschenwürdigen Ansichten. Durch das Ablehnen von Kondomen macht er sich zum Massenmörder Tausender. Vergewaltigte Frauen dürfen nicht selbst über ihren Körper entscheiden, Kinderschänder jedoch weiter predigen. Es braucht keine Gebote, diese Ungeheuerlichkeiten zu erkennen.

Daher mein Appell an alle katholischen Frauen: Macht die katholische Kirche zu dem was es ist: Einem Männerverein. Man braucht euch weder für Sex, noch für geistliche Herausforderungen. Ihr seid das, was es bei uns seit Jahrzehnten nicht mehr gibt oder geben sollte: Sklaven eines patriarchalischen Systems. Alles kann dieser Papst euch nehmen, eure Rechte, eure Würde. Das Recht auf Gleichstellung, auf Mitbestimmung. Eines kann er euch aber nicht nehmen, den Glauben. Wenn ihr diesen habt, es mag ein Segen sein, braucht ihr keine verbrecherische Institution zum Ausüben desselben.

Dieser Appell richtet sich gleichzeitig an alle männlichen Kirchenmitglieder. Tretet aus und beweist Solidarität mit euren Mitmenschen. Schweigen ist nicht angebracht. Gleichberechtigung kann nur gemeinsam erreicht und verteidigt werden.

Eines steht nämlich fest: Die Reformer sind Priester, die einen Aufruf zum Ungehorsam veröffentlicht haben. Männer, die veraltete Strukturen endlich aufbrechen wollen. Ja, die gibt es auch dort. Sie setzen sich für andere ein da sie wissen, dass es das Richtige ist.

Was ist es nämlich, dass das Schweigen zu einer Totsünde macht: Der Kampf für Gerechtigkeit wird nicht von denen verraten, die eine andere Meinung haben, sondern von denen, die schweigen und alles über sich ergehen lassen.

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Gesellschaft, Zeitlos

4 Antworten zu “Wenn predigen nichts nützt: Tretet aus!

  1. Hallo Holger,
    bin schon lange aus der Kirche ausgetreten und habe dies nie bereut.

    Was mich in diesem Zusammenhang aber, neben oben Genanntem, auch noch aufregt, ist die Tatsache, dass sich die Bundesrepublik, die sich als säkularer Staat ausgibt, die Kirchensteuer eintreibt!

    Wie kann man Jemanden – nur weil ich im Säuglingsalter (nicht geschäftsfähig!) getauft wurde, daraus eine Willenserklärung ableiten, lebenslang monatliche Beiträge an die Kirche zu zahlen?
    Auf welcher Basis beruht also dieses Rechtsgeschäft, welches die Kirche legitimiert, monatliche Beiträge von einzubehalten?

    Kennt dafür irgend Jemand die rechtliche Grundlage?

    Man weiß so wenig…

    • Hier ist http://www.kirchensteuer.de immer wieder eine interessante Adresse. Es ist richtig, dass in den meisten Bundesländern die Finanzämter die Kirchensteuer einziehen, sie bekommen aber dafür auch einen Teil der Kirchensteuer.

      Der Säugling wird in diesem Fall von seinen Eltern vertreten, die rechtskräftige Entscheidungen für ihn treffen dürfen. Wie bei allen Kindern. Soweit ich gefunden habe beruht dies auf Artikel 140 des Grundgesetztes:

      „Die Religionsgesellschaften, welche Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind, sind berechtigt, auf Grund der bürgerlichen Steuerlisten nach Maßgabe der landesrechtlichen Bestimmungen Steuern zu erheben.“

      Was Dir (und mir) wahrscheinlich nicht gefallen wird, ist die Tatsache, dass man alle steuerlich begünstigten Kirchen in Deutschland indirekt durch seine Steuern mitfinanziert. Dazu ist auch ein Artikel des „Kollegen“ Jacob Jung sehr interessant: http://jacobjung.wordpress.com/2011/07/02/gottesstaat-deutschland-die-finanzierung-der-christlichen-kirchen-aus-steuermitteln/

  2. Pingback: Der kommentierte Wochenrückblick für KW 15 (8.4. bis 14.4.) | Holger Herz

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